Umgang mit Muskelschwäche und Spastik

Muskelschwäche kann viele Ursachen haben und kommt nicht nur bei Multipler Sklerose vor. Bei MS ist die Weiterleitung elektrischer Impulse aus dem Zentralnervensystem zum Muskel gestört, weil die beteiligten Nerven ihr umhüllendes Myelin verloren haben. Es ist wichtig, die Ursache der jeweiligen Schwäche zu bestimmen.

Welche Übungen im Einzelfall angezeigt sind, müssen MS-Betroffene am besten mit Hilfe eines Physiotherapeuten selbst herausfinden. Es gibt Physiotherapeuten, die viel Erfahrung mit MS haben oder sogar auf MS spezialisiert sind. Die Übungen sollen Gleichgewicht und Koordination fördern. Wer schwächere Symptome aufweist oder unter hitzeabhängigen Symptomen leidet, findet Übungen im Wasser vielleicht angenehmer. Im Wasser können Gleichgewichtsprobleme während des Übens ausgeglichen werden. Ferner kühlt es den Körper fortlaufend ab und beugt so der Erhitzung durch die Anstrengung vor, welche die MS-Symptome ihrerseits verschärfen kann.

Achtung: Zu viel oder falsches Training kann bei MS auch schädlich sein.

Die Behandlung der Muskelschwäche kann nicht von jener der Spastik und der Müdigkeit getrennt werden. Wenn die Muskeln weniger steif sind, brauchen die Bewegungen weniger Energie. Aus diesem Grund steigern Medikamente, welche die Spastik lindern, meist auch die Energie. Wenn die Dosis jedoch zu hoch ist, können sie die Schwäche jedoch verschlimmern. Spastik bedeutet Steifheit. Sie tritt auf, wenn spezielle Nervenbahnen, welche die Muskulatur steuern, in ihrer Funktion gestört sind. Behandlung der Spastik ist abhängig von Schweregrad.

Vorgehen bei der Behandlung von Spastik:

  • Behandlung von Problemen und Erkrankungen, welche die Spastik verschlimmern: Infektionen, Schmerzen, Hautschäden
  • Übungsprogramm mit aktiven und passiven Dehnübungen
  • Verwendung von mechanischen Hilfsmitteln
  • Chirurgischer Eingriff bei schwerer Spastik, die nicht auf Medikamente anspricht